Basiswissen für Reisen in die Tropen

Die Regenwälder

Wie ein Meer bedecken die Regenwälder, gerade in Südamerika noch heute große Flächen. Das größte heute noch existierende Regenwaldgebiet ist das so genannte „Amazonasbecken“ an dem die Länder Brasilien, Venezuela, Ecuador etc. einen Anteil haben.

Vor Tausenden von Jahren waren ca. 13 % der Erdoberfläche mit Regenwald bedeckt. Derzeitig werden jährlich etwa 200.000 qkm Regenwald zerstört. Für Möbel, Holzkohle oder um Land für z.B. Viehzucht zu gewinnen. Es existieren derzeitig noch etwa 7 Millionen qkm Regenwald.

Der Regenwald ist für das Klima der Erde verantwortlich, daher muss seine rasante Vernichtung gestoppt werden. Zudem ist der Regenwald der größte Sauerstofflieferant der Erde, in ihm leben ca. 70% der uns bekannten Tierarten und 90% aller bekannten Pflanzenarten.

Das Ökosystem Regenwald

Im Regenwald ist es immer grün. Da es keine Jahreszeiten gibt, konnte die „grüne Hölle“ über Jahrtausende ungestört wachsen. Durchschnittlich ist es im Regenwald 26-28 Grad Celsius warm. Im Regenwald regnet es fast jeden Tag mehrfach. Im Jahr bis zu 10.000 qmm, das ist fünf mal mehr als bei uns in Deutschland!

Im Regenwald herrscht ein eigenwilliges Klima, welches jedoch, wie ich finde, nicht unangenehm ist. Tief im Wald unter dem Blätterdach  ist es auch auch gar nicht mehr heiß, nur sehr feucht. Dadurch das viel Wasser abfließen muss, gibt es im Regenwald zahlreiche kleine und auch sehr große Flüsse. Drei Viertel der Wassermasse verdunstet noch im Regenwald wieder, vorausgesetzt der Regenwald ist noch intakt.

Der Amazonas ist der größte Fluss, in ihm werden etwa 750 Millionen Liter Wasser jede Stunde transportiert.

nobel zürich Professor Fischer mit Besseler im Gespräch über das Klima.

Die brasilianischen Yanomami-Indianer

Da ich mich bereits seit meiner frühesten Jugend für die Erhaltung der Kultur der Yanomami-Indianer engagiere, möchte ich diese hier kurz als Beispiel eines Regenwald-Indianervolkes vorstellen.

Die Yanomami leben im oberen Amazonasbecken Brasiliens und im Südzipfel Venezuelas, sie sind eines der wenigen Indianervölker die noch ursprünglich leben.

Sie kleiden sich nur selten, meistens laufen sie nackt oder die Männer mit einem traditionellen Lederbändchen, zum Hochbinden des Penis, im Urwald umher. Sie jagen, fischen und sammeln das, was sie zum Leben benötigen. Sie gelten als kriegerisch, wild und unabhängig; ihr Lebensraum, der Regenwald, und ihre Kultur ist umgeben von vielen Mythen und Sagen.

Das Leben des Yanomami ist heute bestimmt vom Kampf ums Überleben. Goldsucher, tödliche Krankheiten und Hunger gehören für sie zum Alltag. Der Goldrausch, der Mitte der siebziger Jahre begann, hatte eine Invasion von tausenden Goldsuchern zur Folge, die bis 1998 ungestört im Gebiet der Yanomami Gold schürfen konnten. Erst als die Regierung Brasiliens, auf Drängen des Auslands, einschritt, verließ ein Großteil der Goldsucher das Gebiet oder wurde „hinausgeworfen“. Gegenwärtig sind nur noch einige wenige Goldsucher im Gebiet der Indianer.

Die Indianer kämpfen derzeit hauptsächlich gegen eingeschleppte Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Windpocken, denn diese sind für sie –ohne Medikamente aus der Zivilisation- tödlich. Ärzte stellten fest, dass bereits 15% der Indianer an eingeschleppten Krankheiten gestorben sind.

Eine weitere Folge des Kontaktes mit der Zivilisation ist der soziale Verfall ihrer Lebensgemeinschaften.

Der FUNAI (Fundacao National do Indio), die „Indianerschutzbehörde“ Brasiliens, die 1967 gegründet wurde, sind zum Teil die Hände gebunden, da die rechtsprechenden Richter oft unter staatlichem oder wirtschaftlichem Druck stehen- die Lager der Organisationen sind oft gespalten.

Den Yanomami bleibt daher nur eine Chance: sich Gehör bei internationalen Menschenrechtsorganisationen, Weltkongressen und Bürgern in den Industriestaaten zu verschaffen, bevor ihr Volk und ihre Kultur für immer verschwindet.

Die Vernichtung der Yanomami

Im Yanomami-„Schutzgebiet“ gibt es Goldvorkommen, die von Hunderten von Goldsuchern ausgebeutet werden. Noch bis etwa 1998 wurde das Gold auf folgende Weise dem Wald entrissen: der Boden des Waldes wurde nach der Rodung aufgeschäumt, abgesaugt und auf eine Wassertreppe geleitet, in deren Stofftücher sich das Gold absetzen sollte. Da sich aber nicht alles Gold absetzte, fing man das Wasser wieder auf und gab ihm Quecksilber hinzu, da dieses wie ein Magnet auf Gold wirkt. Das ganze Gemisch wurde dann erhitzt. Das Quecksilber verdunstete und zerstörte die Natur, und zurück blieb das Gold.

Aufgrund internationaler Proteste beendete Brasilien nach vielen Jahren des Nichtstuns die Arbeit der Goldsucher und wies sie aus dem „Yanomami-Schutzgebiet“ aus. Zurück blieben nur wenige Goldsucher der sog. „harte Kern“.

Anfang 2000 stattete die brasilianische Regierung verschiedene Nichtregierungsorganisationen mit erheblichen Finanzmitteln für die medizinische Versorgung etwa der Yanomami-Indianer aus. Mit dieser Finanzierung kommt Brasilia einer Auflage der Weltbank nach. Diese hatte verlangt -so wie Besseler es in seiner Aktion 1999 von der Weltbank forderte- einen Teil der Brasilien gewährten Kredite zugunsten der Indianer einzusetzen.

Doch jetzt drohen diese ersten Erfolge durch eine neue Invasion zunichte gemacht zu werden: Eine Nachricht vom Dezember 2000  aus Boa Vista besagt, dass erneut Goldsucher ins Yanomami-Gebiet eindringen. Die Zahl der Goldsucher wird derzeit auf mehr als 3000 geschätzt. Mit Booten und Kanus gelangen die Goldsucher von Boa Vista über den Fluss Mucujai ins Indianer-Gebiet.

Die brasilianische Regierung hatte bereits nach dem Eindringen der ersten 400 Goldsucher eine „Operation“ versprochen, um mit Hilfe des Militärs die Goldsucher herauszuholen. Nichts ist bisher geschehen. Es ist zu befürchten, dass weitere Goldsucher folgen werden, solange die brasilianische Regierung wieder tatenlos zusieht.

Daher kann von einer „Rettung der Yanomami“ keine Rede sein, auch wenn dies gelegentlich in der Presse behauptet wird!

Weitere Informationen über die Vernichtung und die Kultur der Indianer erhalten Sie in diversen Veröffentlichungen zum Thema „Yanomami“ von Dennis Besseler.

Die Tour „Entwickelt sich im Kopf“

So, wie jedes andere Vorhaben auch, entsteht die Expedition im Kopf. Bei mir sind es oft „Hirngespinste“. Ich nenne meine Gedanken oft so, weil ich bereits bei weiteren Überlegungen oder Recherchen feststellen muß, dass die Durchführung nicht möglich ist.

Dennoch bin ich froh, dass ich viele solcher „verrückten“ Einfälle habe, denn „die Idee“ ist oft das Schwierigste an einer Expedition. Schließlich will man ja nicht das machen, was schon viele vorher getan haben. Ein Abenteuerer ist bestrebt, etwas als Erster zu tun. Da ich aber auch Realist sein kann, muß ich mir oft sagen „ich lebe 2000 Jahre nach Christus und es gibt nicht mehr viel, was noch nicht gemacht wurde. Dennoch ist eine Expedition, die bereits Hunderte vor mir gemacht haben, für mich neu und daher natürlich auch interessant, nicht weniger abenteuerlich und erst recht nicht weniger gefährlich!

Informieren statt krepieren

Gute Information ist das Wichtigste, jede Reise muß gut organisiert werden. Nicht nur Expeditionen, auch die einfache Urlaubsreise.

Gute Ansprechpartner für Informationen sind die Botschaften, hier können Sie auch Visa beantragen z.B. für Venezuela:

Botschaft von Brasilien

Wallstr.57

10179 Berlin

Botschaft Venezuela

Wilhelmstr.64

10117 Berlin

Viele nützliche Tips beziehe ich aus den Datenmengen des Internets. Mit einer guten Suchmaschine (www.apollo7.de) lassen sich schnell gute Informationen finden.

Informationen über Malariagebiete etc. bekommt man beim Tropeninstitut:

Tropeninstitut Hamburg

Bernh.-Nocht-Str. 74

20359 Hamburg

Damit das Wichtigste nicht vergessen wird, habe ich hier mal eine kleine Checkliste ausgearbeitet.

Reisegepäck Checkliste

 

Besorgt      Eingepackt

Reisepass / Personalausweis                  ( )                     ( )

Ggf. Visum                                                  ( )                     ( )

Flugtickets / Bahnfahrkarte                    ( )                     ( )

Ggf. Bestätigung der Hotel-                     ( )                     ( )

buchungen (in Kopie)

Landkarten                                                 ( )                     ( )

Persönliche Medikamente                       ( )                     ( )

Adresse der Botschaft im Reiseland      ( )                     ( )

Wichtige Telefonnummern                     ( )                     ( )

  • engste Angehörige
  • Hausarzt                                           ( )                     ( )

Kopie der „Auslandskranken-                ( )                     ( )

versicherungspolice“

Die Psyche

Oft werden Expeditionen unterschätzt, gerade Reisen in den Regenwald werden oft als „Ausflug“ angesehen. Man muß sich im klaren darüber sein, dass eine Expedition in die Tropen genauso anspruchsvoll ist wie eine Reise auf den Mont Everest oder durch eine Wüste. Körperliche Fitness ist wichtig, die Psyche ist aber nicht minder wichtig. In Notsituationen entscheidet oft die Psyche über Leben und Tod, denn nur wer den Willen hat zu überleben, wird leben!

Einen starken Willen zum Überleben kann man trainieren. Ich selber biete seit einigen Jahren Kurse zu diesem Thema an. Wer sich selber in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich das Buch „Psychologie des Überlebens“ (ISBN 3-613-50064-7). Es ist das erste, und meines Wissens auch einzige, deutsche Buch zu dem Thema. Es setzt sich, ebenso wie meine Kurse, mit den psychologischen Aspekten des Survivals auseinander.

„Jeder hat eine Chance, er muß sie nur rechtzeitig erkennen, innerlich bewältigen und seine Möglichkeiten nutzen. Klare Überlegungen müssen in gezielte Handlungen umgesetzt werden. Denn Überleben beginnt im Kopf!“

45-cd 1 Dennis Besseler fast am Ende im Eis.

Körperliche Fitness

Ich war zu Anfang meiner Abenteurerlaufbahn der Meinung „Sport ist Mord“ und „Wenn man etwas will, schafft man es auch.“

Allerdings mußte ich bereits bei meiner ersten Aktion als 14-Jähriger feststellen (als ich mit einem Freund versuchte von Gronau (Westf.), meinem Heimatort, nach Bonn zur Botschaft Brasiliens zu wandern, um so gegen die Vernichtung des Regenwaldes und der Yanomami zu protestieren), dass körperliches Training genauso wichtig ist wie psychische Stärke.

Bereits nach 50 km Wanderweg gab mein Reisebegleiter Andre´ Klimke auf, ich selbst lief oder besser schleppte mich etwa 25 km weiter und musste dann auch aufgeben.

Was war das Problem? Warum habe ich den Wanderweg von nur 250 km nicht geschafft?

Ganz einfach, wir hatten nicht trainiert. Wir waren der festen Überzeugung, wir wandern 5 Tage a ´ 50 km mit einem Durchschnittstempo von 5 km/h. Natürlich konnte unsere Wanderung nur scheitern, dennoch bin ich froh, daß meine Eltern mich haben „laufen lassen“ denn nur so konnte ich verstehen, wie wichtig es ist, zu trainieren. Heute, im Jahre 2002, bin ich 2-3 mal pro Woche für je etwa 1 Stunde im Fitnessstudio. Mein Ziel ist es nicht, möglichst viele Muskeln aufzubauen, sondern einfach nur Kondition zu bekommen und diese zu halten.

Bisher habe ich so jedes Vorhaben bewältigen können, dennoch bin ich

sicher, dass in Zukunft auch die ein oder andere Expedition scheitern wird.

Sport Survival  Sport Besseler

Reisepartner

Ein unendliches Thema, genauso wie der „Partner fürs Leben“. Ich bin glücklich darüber, dass ich den „Partner fürs Leben“ bereits in meiner Jugend gefunden habe und bis heute behalten konnte. Mit den Reisepartnern sieht es da schon ganz anders aus. Ich muß jedoch eingestehen, dass ich gerne alleine reise, denn so kann man spontan entscheiden und trägt auch nur die Verantwortung für die eigene Person. Mit einem Reisepartner wäre das ganz anders. Vor einer Expedition kann man sich zwar darauf einigen, dass jeder für sich verantwortlich ist, aber wenn es zum Unglücksfall meines Reisepartners kommen würde, würde ich mir sicher Vorwürfe machen.

Wenn Du einen Reisepartner suchst, so solltest Du in Fachzeitschriften oder auf zum Thema passenden Internetseiten inserieren. Sicher bekommst Du ein paar Antworten, jedoch empfehle ich Dir Probe training und Testreisen mit dem evtl. Partner, denn unter Stress ändern sich Charaktere oft.

Survival Training Sonne Trabi Rolf und Dennis trafen sich in Namibia

Bücher und Landkarten

Man sollte denken, heutzutage ist eine gute Landkarte kein Problem, jeder Buchhändler sollte eine besorgen können. Das ist leider jedoch nicht so. Für eine gute Karte des Amazonasgebietes musste ich sage und schreibe 7 Monate recht intensiv suchen. Oft findet man gute Karten in geographischen Buchhandlungen.

Oft bekommt man auch veraltete Karten verkauft, aber selbst aktuelle Satellitenbilder etc. sind nicht verlässlich.

Die tatsächliche Situation kannst Du nur vor Ort beurteilen

Zur Orientierung nutze ich ein GlobalPositioningSystem (GPS). Diese Geräte berechnen anhand von diversen Satelliten etwa auf 10 m genau den Standpunkt. Oft haben sie auch nützliche Funktionen wie „eigene Karten erstellen“. Das Thema GPS ist jedoch so umfangreich, dass ein Fachbuch zum Thema gelesen werden sollte.

Für die Tropen ist es jedoch wichtig zu wissen, dass die Signale der Satelliten durch das Blätterdach abgeschirmt werden. So kann das Gerät keine Position berechnen. Daher unbedingt einen Kompass mitnehmen! Die Anschaffungskosten  für ein GPS-Gerät liegen etwa bei 200 Euro.

03-0055 Besseler im Alter von etwa 15 Jahren vor seinen Karten.

Impfungen und Prophylaxen

Eine gute Reisevorbereitung beinhaltet auch Impfungen und Prophylaxen. Neben den „üblichen“ Impfungen (Windpocken, Masern, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Hepatitis A und B) sollte sich ein Tropenreisender auch unbedingt auf Gelbfieber impfen lassen. Die Impfungen dürfen nur von Hygieneinstituten durchgeführt werden. Die Adressen finden sich im Telefonbuch und Internet, sicher kann auch das Tropeninstitut weiterhelfen.

Zudem habe ich mich gegen „Tollwut“ impfen lassen.

Nicht zu vergessen ist die Malaria-Prophylaxe, es gibt verschiedene Medikamente für die diversen Malariagebiete. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten.

Sie sollten diesen frühzeitig aufsuchen, oft müssen die Medikamente schon 7 Tage vor der Abreise eingenommen werden.

Die Kosten übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen leider nicht, eine Gelbfieber- Impfung kostet etwa 55,- Euro und die Malaria-Prophylaxe für 4 Wochen etwa 50,- Euro. Hier sollte auf keinen Fall gespart werden!

Seit einiger Zeit sind „Malaria-Teststreifen“ unter dem Handelsname „Malaquick“ auf dem Markt. Ich selber führe diesen Test nie mit, da er falsche Ergebnisse liefern kann und von Alleinreisenden, die zudem geschwächt sein können, schwer anzuwenden und abzulesen ist. Theoretisch genügen aber schon wenige Tropfen Blut auf dem Teststreifen.

Ausrüstung

Wichtig ist eine gute Ausrüstung! Jeder sollte für sich entscheiden, welche für ihn die Beste ist. Um dieses herauszufinden, sollten umfangreiche Tests im Training mit der Ausrüstung gemacht werden.

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Kleidung

„Eine lange Hose“ wird im Regenwald benötigt, wenn man diesen durchwandern möchte. Der Wald ist zwar nicht so dicht wie oft behauptet wird -da nur geringste Prozentsätze des Sonnenlichtes auf den Boden fallen-, dennoch gibt es viele Pflanzen, die die Haut reizen oder verletzen können.

Eine kurze Hose empfehle ich nur bei einer Tour auf den Flüssen. Das Klima im Regenwald ist zwar sehr feucht, aber nicht besonders heiß –so meine Meinung-. In den Städten kann die Sonnen ohne Hindernisse auf den Menschen scheinen, im Wald schützt ihn das Blätterdach. Als ich eine Gruppe von Yanomami in der Stadt Boa Vista besuchte, war das Erste was sie mir sagten, „dass sie sich auf den Wald freuen, da es in der Stadt so heiß ist“!

Spezialkleidung für den „Outdoorbereich“ bringen im Regenwald keinen Nutzen. Die Fasern können noch so klein sein und besondere Extras haben, die Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass diese nicht funktionieren. Daher nehme ich immer einfache, billige Baumwoll- oder Baumwoll/Polyesterkleidung mit auf Tour. 3 Garnituren T-Shirts, Hosen, Unterhosen. Eine Garnitur zum Tragen, eine zum Waschen und die 3 zum Trocknen. Zudem nehme ich 2 Paar Schuhe mit, 1 Paar Turnschuhe und 1 Paar Sandalen. Das häufige Tragen von Turnschuhen in den Tropen kann zu Pilzen führen, daher wenn immer möglich, die Sandalen tragen! Schuhe aus Leder haben den Vorteil, das Temperaturen und Feuchtigkeit in gewissen Grenzen gut reguliert werden können.

Wenn die Tour durch das Gebirge geht z.B. Anden, Ruwenzori …) dann benötigt man natürlich gebirgstaugliche Kleidung.

Rucksack

Ein guter Rucksack spart viel Kraft und Ärger. Daher sollte dieser im Fachhandel gekauft werden, nutzen sollte man hierbei auf jeden Fall die oft gute Beratung.

Ich selber nutze einen „Kanisterrucksack“ Dieser hat den Vorteil, dass die Ausrüstung immer trocken bleibt. Zudem kann man den Rucksack auch schon mal zwischen eine Astgabel klemmen und als Schwimmhilfe nutzen.

Wichtig ist, dass man beim Packen der Ausrüstung möglichst wenig außen befestigt, da dort Äste etc. hängenbleiben können und jede Tour so zur Tortur wird.

Schlafsack

Zum Schlafen sollte man eine Decke oder einen Daunenschlafsack nehmen. Daunen können, ebenso wie Leder, Temperatur und Feuchtigkeit gut regulieren. Es empfiehlt sich zudem, den Schlafsack in einen wasserdichten Packsack zu verstauen.

Nachtlager

Für das Nächtigen im Regenwald gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder auf einem Boot oder in der Hängematte, da nur so keine Insekten an den Schlafenden herankommen (zumindest die ohne Flügel).

Eine Regenplane über die Hängematte gespannt, fertig ist das Nachtlager. Man kann auch noch ein Moskitonetz über die Hängematte spannen, ich ziehe aber „Autan ®“ oder ähnliche Mittel vor.

Die Hängematte sollte im Reiseland gekauft werden. Die bei uns üblichen Modelle reichen oft nur für einen Schlaf im Garten, nicht aber für eine Expedition.

Regenwald Nachtlager

Kocher

Eigentlich benötigt man keinen Kocher in den Tropen, es gibt ja genug Brennholz. Aber das Holz ist sehr feucht, um ein Feuer zu entzünden bedarf es Geduld und Geschick.

Gas- oder Benzinkocher? Eine Frage die sich eigentlich nicht stellt, denn Benzin ist nahezu überall zu bekommen, Gas nicht.

Noch besser sind „Multifuel-Kocher“ sie brennen mit Gas und Benzin. Es gibt sogar Modelle, die auch Petroleum verbrennen können.

Da die Düsen in Benzinkochern leicht verstopfen, sollten Ersatzdüsen mitgenommen werden.

Zu beachten ist, daß Gas, Benzin und andere brennbare Stoffe nicht im Flugzeug transportiert werden dürfen.

Nahrung

Der Mensch benötigt etwa 3.000 kcl pro Tag, diese nimmt er auf Expeditionen normalerweise morgens und abends in zwei Hauptmahlzeiten zu sich, denn mittags ist oft keine Zeit zum Kochen.

Wieviel Energie benötigt wird, kann anhand von Büchern oder im Internet auf diversen Seiten genau berechnet werden (z.B. www.diaet.de).

Je nachdem wie viel Energie benötigt wird, muß entschieden werden, ob man herkömmliche Nahrung zubereiten möchte oder „Outdoor-Nahrung“, diese ist sehr kalorienreich und leider sehr teuer.

Dieser speziellen Nahrung wird zudem das Wasser in der luftundurchlässigen Verpackung entzogen. Dies hat den Vorteil, dass sich die Nahrung lange hält, nicht gekühlt werden muß und leicht ist. Wenn man es zubereiten möchte, gibt man einfach das Wasser wieder hinzu.

Jedes Gericht ist in einen etwa 10g schweren Kunststoffbeutel geschweißt. (Ich möchte darum bitten, diese zu sammeln und in der Zivilisation zu entsorgen!)

In den Tropen ist eine Ernährung mit Nudeln und Reis sehr gut zu praktizieren und günstig.

Nahrung muss im Wald vor Armeisen und anderen Insekten geschützt werden. Ich hänge die Nahrung immer im Rucksack etc. über einen Ast und bestreiche das Seil mit etwas Asche. Die wenigen Insekten die über das Seil an meine Nahrung wollen machen spätestens beim erreichen der Asche einen Rückzug.

Survival Training Galileo

Trinkwasser

In den Tropenregionen sollte 1 L Wasser pro Stunde getrunken werden. Am besten alle 15 Minuten 250 ml, da der Körper das Wasser so am besten verarbeiten kann.

Das Auftreten des Durstgefühles sollte vermieden werden, da der Körper dann schon Mangelerscheinungen hat. Diese führen zur Leistungsminderung.

Survival Training Wasser

Akklimatisieren

Da die Temperaturunterschiede den Organismus sehr schwächen, sollte in den ersten Tagen nach der Anreise:

  • massvoll gegessen werden
  • wenig Alkohol getrunken werden
  • wenig geraucht werden
  • Anstrengung vermieden werden
  • nicht sofort in große Höhen weitergereist werden

Bei der Auswahl des Hotels sollte darauf geachtet werden, dass es einen Ventilator gibt, Klimaanlagen führen meistens nur zu Schnupfen etc. Bei der Reise in Bussen sollte man unbedingt eine Jacke etc. mitnehmen, da die Klimaanlagen dort sehr kalt eingestellt sind.

Die Akklimatisierunsphase sollte min. 2 Tage dauern.

Kontaktgifte

In einer Artenvielfalt wie dem Regenwald sollte man nur das anfassen was man kennt. Einige Pflanzen und Tiere, z.B. Kröten und Frösche schützen sich mit einem „Giftschleim“. Wenn man diesen berührt, gelangt das Gift durch die Haut ins Blut, dies kann schwerste Vergiftungen hervorrufen.

Schlangenbisse

Es gibt etwa 2700 Schlangenarten, davon sind aber „nur“ 400 Arten giftig. Daher ist die Chance, von einer Giftschlange gebissen zu werden, recht unwahrscheinlich.

Schlangenbiss Schlangenbiss

Sollte es dennoch dazu kommen, so sollte die Wunde mit Desinfektionsmittel gereinigt werden. Es kann auch Gift mit dem Mund oder einem Schlangengift-Set abgesaugt werden. Allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass das Gift die Mund- und Rachenschleimhäute des „Helfers“ passieren könnte und ihn so auch vergiftet.

Selbst wenn man von einer Giftschlange gebissen wurde – meistens sieht man im Biss der Giftschlange deutlich 2 Zahnabdrücke in der Wunde, welche sich schnell röten – sollte man bedenken, dass die Schlange kein Interesse daran hat, einen Menschen zu töten, da dieser ihr als Beute viel zu groß ist. Die Schlange muß mit ihrem Gift sparsam sein, daher wird sie einem Menschen nur wenig Gift injizieren.

Es ist viel wahrscheinlicher, an einem „Schock“ zu sterben der eintritt weil man glaubt, von einer Giftschlange gebissen worden zu sein.

Folgende Gegenstände sollten in die Reiseapotheke:

    • Einwegspritzen und diverse Nadeln
    • Einwegskalpelle
    • Desinfektionsmittel
    • Tupfer
    • Wundpflaster (verschiedene Größen)
    • 2 Dreiecktücher
    • Fieberthermometer
    • Schere
    • Sicherheitsnadeln
    • Pinzette
    • Schlangenbiss-Set

Medikamente:

    • Schmerztabletten (für leichte- und mittlere Schmerzen)
    • Schmerztabletten (für starke Schmerzen)
    • Schlaftabletten
    • Salztabletten
    • Insektenschutzmittel
    • Gel gegen allergische Reaktionen
    • Malaria-Prophylaxe

Fortbewegen in den Tropen

Am einfachsten ist die Fortbewegung über die Wasserstrassen.

Sollte man sich aber dafür entscheiden durch den Wald zu wandern, so ist es sinnvoll, einen erfahrenen Führer zu engagieren.

Die Orientierung kann im Wald nur mit Hilfe eines Kompasses oder GPS-Gerätes gehalten werden. (ACHTUNG: Das GPS-Signal kann von den Bäumen abgeschirmt werden!) Es gibt viele sumpfige Regionen, in denen man leicht versinken kann.

Sollte man gezwungen sein, auf Wurzeln etc. zu balancieren um weiterzukommen, so darf nie vergessen werden, dass so wenig Pflanzen wie möglich angefasst werden sollten. Einige haben messerscharfe Blätter etc., Lianen bieten keinen guten Halt, da sie oft lose auf einem Ast liegen und sich bei Ausübung von Zug sofort lösen.

Bade und Durchqueren eines Flusses

Es ist für mich immer wieder etwas mulmig, in einem Tropenfluss zu baden. Im Hinterkopf habe ich immer die Mythen aus Hollywood etc. Dabei ist es eigentlich gar nicht so gefährlich. Sicher gibt es gefährliche Tiere wie Krokodile, Kaimane, Wasserschlangen und die Piranhas.

Aber mit etwas Vorsicht sollte nichts passieren.

  • Nie im Dunkeln oder nachts baden etc.

Viele gefährliche Tiere sind nachtaktiv und sehen im Dunkeln einfach besser als der Mensch.

  • Dunkle und/oder stehende Wasserstellen sollten gemieden werden.

Diese sind oft stark verkeimt und zudem Lieblingsplätze z.B. von der Anakonda.

  • Gehen Sie nur mit Badehose ins Wasser.

Der kleine Fisch Namens „Candiru“ könnte theoretisch den Weg in die menschliche Harnröhre finden, weil er diese mit den Kiemen eines Fisches verwechselt-  und sich dort festsetzen. Eine Entfernung ist nur chirurgisch möglich.

Die Piranhas können meiner Meinung nach unbeachtet bleiben. Vermeiden Sie es nur, mit großen Wunden ins Wasser zu gehen. Weiter sollten sie in der Trockenzeit Wassertümpel meiden, da die Piranhas in der Trockenzeit kaum Nahrung finden und es denkbar ist, dass sie einen Menschen angreifen. In der Regenzeit jedoch ist das Nahrungsangebot so groß, dass sie keine Wirbeltiere und schon gar keine Menschen angreifen werden.

Beim Durchqueren eines Flusses sollten Schuhe angezogen werden, zudem sollte mit einem Stock die Erde vor sich im Wasser aufgewühlt werden, sodass evtl. vorhandene Tiere flüchten.

Durchquert wird ein Fluß schräg gegen die Strömung.

Die Ausrüstung sollte wasserdicht verpackt sein oder nach Erkunden des Flussbettes herübergeholt werden. Das Gepäck auch mit Hilfe einer „Seilbahn“ ans andere Ufer befördern.

Fotografieren

Im Punkto Fotografieren mache ich es mir immer sehr einfach. Ein digitaler Fotoapperat (3,3 Mio. Pixel) und eine analoge Spiegelrefflexkamera begleiten mich gemeinsam mit einem Stativ. Dies ist eigentlich neben Ersatzbatterien und 100 Iso Filmen alles. Ich sehe mich aber auch als Abenteurer und nicht als Fotograf, daher spare ich mir großes technisches Equipment. Ein befreundeter Bildjournalist sagte mir auf einer Reise mal: „Gib mir den ältesten und einfachsten Fotoapperat den du findest und besorg dir das modernste Gerät. Wette ich mach immer noch bessere Bilder“. Da er zweifelsfrei recht hat -auch ohne Test-, begnüge ich mich mit wenig, dass ist zudem noch leicht und günstig.

Für alle, die mehr Technik brauchen, gibt es Fachlitratur und Kurse. Jedoch empfehle ich für die Tropen einen kleinen Regenschirm, um das Equipment bei plötzlich aufkommendem Regen zu schützen. Auch können ein Skylight und ein Uv-Filter, Stativ und Filme ISP 200 und 400 nicht schaden. Ich benutze nur „no Name“ Produkte, da mir ein Fachman sagte, diese Marken seien auch von namenhaften Herstellern. Bisher war die Qualität der Filme immer in Ordnung. Ich benutze nur Farbfilme, da man scwarz/weiß Aufnamen aus jedem Farbfilm am Pc oder im Fotoshop machen kann. Ich stecke meine Digital-Kamera zudem in einen wasserdichten Beutel, den man für etwa 25,-€ im Fachhandel bekommt. Die Wahl des Apperates ist recht einfach. Alles wo ich nicht im Bild bin macht die analoge Kamera, alles wo ich mit im Bild bin die Digital-Kamera so kann ich das Ergebniss immer überprüfen.

Ich höre jetzt mal lieber auf hier meine Fotografiermethoden zu veröffentlichen, sicher schlagen Fotografen schon die Hände über dem Kopf zusammen. Ein Tip noch: Schmetterlinge lieben Urin und lassen sich daher in der Mittagssonne mit selbigem gut anlocken.

Die Ausrüstung kann prima in einem Tropenhaus getestet werden, auch diverse Lichtspielerrein lassen sich hier testen.

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