Basiswissen zum Themengebiet Survival

Das Survival-Lexikon – Nützliches Tipps von A-Z

Survival was ist das und warum?

Survival-Training wurde ursprünglich für Elitesoldaten diverser Staaten entwickelt, damit diese im Krieg auf jede Situation eingestellt sind und so schnell siegen können.

Doch heute versteht man unter Survival die „Sportart“, die ein paar Verrückte betreiben. Sie quälen sich durch Schlammlöcher, essen Würmer und wandeln Urin zu Trinkwasser um.  Da fragt man sich: warum machen diese Menschen das? Ich kann nicht für alle Surviver sprechen, aber ich betreibe Survival-Training, da ich so Expeditionen in die entlegensten Weltregionen machen kann und mit großer Wahrscheinlichkeit überlebe. Ich kann meine Reiselust ausleben, mein Fernweh stillen und meine Leistungsgrenze kennenlernen. Mich fasziniert es mit den Gaben der Natur umgehen zu können, wie mein Ur- Ur- Ur- Ur- Ur – Ur- Ur- Großvater es konnte.

Aber man braucht Survival nicht nur um Wüsten oder Urwälder zu durchwandern. Survival kann man auch in der Zivilisation brauchen z.B. bei Hochwasser, Sturmkatastrophen oder Erdbeben. Denn eine lebensbedrohliche Situation kann immer eintreten, egal wo Du bist. Ob im brasilianischen Regenwald, 600 km Luftlinie weg von dem nächsten Menschen oder mitten in der Großstadt. Katastrophen treten da auf, wo die Technik versagt. Im eingeklemmten Aufzug, beim Umgang mit Strom oder auf der Straße.

Fischen kann man ohne Angelrute und technisches Zubehör: einen Stock keilförmig zuspitzen. In ein vorgebohrtes Loch knapp unterhalb der Spitze kommt ein spitzer Dorn als Widerhaken (siehe Zeichnung). Auch Angelhaken lassen sich leicht selbst herstellen: Dornenzweige in

V-Form biegen und an einer Schnur festbinden. Aus Draht lassen sich Haken biegen, auch kleine spitze Knochen eignen sich dafür. Notfalls kann man eine Angelleine aus Brennesselstengeln oder Akazien- oder Lindenrinden herstellen: Wässern, bis sich die Fasern leicht ablösen lassen. Wie man aus den Fasern eine Schnur flechtet, zeigt auch die Zeichnung.

Als Köder kann man statt einem Wurm (denn der schmeckt Dir ja auch gut) auch ein kleines Stück Fleisch oder gar eigene Haut oder Blut nutzen.

Trockenes Laub eignet sich (ähnlich wie Stroh, Farnkraut, Fichtennadeln) als Isolierung für feuchte Böden und als Zugluft-Schutz in Wand- und Dachritzen. Zudem kannst Du  Stroh oder Laub nutzen um ein Feuer zu entzünden, da das Material sehr gut brennt. Leider aber auch schell verbrennt, sodass das eigentliche Feuer aus anderen Hölzern, am besten Eiche etc. bestehen sollte.

Metall zieht Blitze an. Deshalb möglichst grossen Abstand zu Drahtzäunen, elektrischen Leitungen, Antennen und Verkehrschildern halten. Einzelstehende, hohe Bäume meiden: Blitze suchen meist den direkten Weg zur Erde, schlagen also in die höchstgelegenen Punkte zuerst ein (das gilt auch für Anhöhen). Abstand zu Gewässern halten! (Ganz korrekt schlagen Blitze nicht ein sondern aus!).

Wenn genügend starke Stämme zur Verfügung stehen, ist eine einfache Blockhütte schnell fertig. Seitenwände und Rückwand werden aus aufeinandergelegten Stämmen gebaut, die an beiden Seiten mit Pfählen an ihrem Platz gehalten werden. Das Dach wird mit Stroh, Schilf, Farn oder Reisig gedeckt. Wichtig: Dabei immer von unten nach oben arbeiten!

Gut zu Wissen!

Es gibt Stellen, an denen der Blitz öfter einschlägt. So wird in New York das „Empire State Building“ 20-30 mal im Jahr von Blitzen getroffen.

Bratspiesse, Gabeln und Roste zum Grillen schnitzt man aus frisch entrindeten Laubbaumzweigen (mindestens 1.5cm Durchmesser!). Am besten eignen sich Haselnusszweige. Achtung: Manche Holzarten hinterlassen an der Nahrung einen bitteren Geschmack! Angefeuchtete Rindenstücke halten die Hitze von den Händen ab; mit dünnen Haselnusszweigen werden die dickeren Äste zu einer Art Pfanne verflochten.

Junge Brennesseln geben ein gutes Gemüse ab: mit Handschuhen pflücken und kurz kochen; das „Brennen“ geht im heissen Wasser verloren. Trockene Brennesselblätter zerreiben und wie Teeblätter sieden. Brennesseln sind allerdings „Kulturfolger“; in der wirklichen Wildnis kommen sie praktisch nicht vor.

Wenn Du Dir ein schönes leckeres Brot backen möchtest, benötigst Du als Grundrezepturen Mehl und Wasser, jedoch schmeckt Brot nur aus diesen Substanzen nicht und es backt auch nicht so gut. Daher solltest Du noch Backpulver und Salz dazugeben. Den Teig kannst Du am besten in einer Schüssel kneten.

Oder Du machst einen Mehlhaufen, drückst in die Mitte eine Öffnung und gibst in diese Wasser hinein. Nun gleitest Du mit dem Zeigefinger immer wieder am Rand des Mehlhaufens vorbei, bis Du Teig hast.

 

Das Backen an sich ist recht einfach! Du wartest bis Dein Feuer erloschen ist und nur noch Glut in der Feuerstelle liegt. Schiebe nun die oberste Schicht Glut mit einem Stock beiseite. Lege den Teig auf die verbleibende Glut, schiebe nun die eben weggeschobene Glut auf den Teig. Nach etwa 1 Stunde kannst Du Dein fertig gebackenes Brot aus der Glut nehmen. Du solltest jedoch vor dem Verzehr die Asche abklopfen.

Hier sind einige zünftige Brotrezepte aus der Bäckerei meines Freundes, die sich zur Herstellung im Wald sehr gut eignen.

Da ich nicht weiß, wieviel Brot Du herstellen möchtest, gebe ich Dir die Mengenangaben in Prozent. 100% ist immer die gesamte Mehlmenge.

Quarkbrot

80% Weizenmehl

20% Roggenmehl

2% Hefe

2 % Salz

1,5% Magermilchpulver

10% Quark

65% Wasser

 

Sojabrot

30% Roggenmehl

30% Sojaschrot

32% Weizenmehl

2,5% Hefe

2% Salz

76% Wasser

 

Paderborner Landbrot

80% Roggenmehl

20% Weizenmehl

2% Hefe

1,8% Salz

72% Wasser

 

Solltest Du Probleme haben Sojaschrot zu bekommen, so frage in einem Reformhaus oder in einer Bäckerei. Sicherlich wird man dir dort alles verkaufen ,was Du als „Bäcker“ so benötigst.

Wenn Du mal wenig Mehl zur Verfügung hast, kannst Du das Mehl mit Sägemehl anreichern.

Damit Du Dir im Wald auch was natürlich Leckeres kochen kannst, habe ich hier für Dich noch ein paar schmackhafte Rezepte zusammengetragen. Na dann, Mahlzeit!

 

Brennesselauflauf 

Brennesselblätter in Salzwasser weich kochen lassen, abseihen und hacken. Pro Person ein Brötchen kleinschneiden, Fett draufgeben und sie mit Wasser oder Milch übergießen. Das Brötchen zugedeckt weich dämpfen lassen, mit sehr fein geschnittenen Zwiebeln, Liebstöckel, Salz, Dill, würzen. Das Brennesselgemüse dazugeben und mit einem Ei legieren.

 

Reismix

Reis kochen. Tomate, Paprika und Zwiebeln kleinschneiden und in einer Pfanne andünsten. Mit dem gekochten Reis mischen.

 

Gänseblümchen-Löwenzahn-Salat

Gänseblümchenblätter und junge Löwenzahnblätter mit einer Salatsoße aus Öl, Zitronensaft, wenig Pfeffer und Salz vermischen. Kleingeschnittenen mageren Speck mit wenig Öl oder Butter kross braten und kurz vor dem Servieren heiß über den Salat geben.

 

Hagebuttenpudding

500g frische Hagebutten, ausgekernt, mit 750 ml Wasser und 125 g Zucker weichkochen und durch ein Sieb streichen. 750 ml Milch mit 200g Butter zum Kochen bringen.375g Brötchen gerieben, hineinrühren und unter öfterem Umrühren zu einem dicken Brei kochen. Die passierten Hagebutten dazugeben, nochmals aufkochen lassen. Die Masse in einer Schüssel auskühlen lassen. Nun 200g Puderzucker mit 8 Eidottern, 2 ganzen Eiern und eine feingehackte Zitrone zu Schaum schlagen, Hagebutten-Brötchenbrei löffelweise einrühren; mit Zimt, Muskat und etwas Salz würzen. Den Schnee der 8 Eiweiße unterziehen und den Pudding 90 Minuten im Wasserbad kochen lassen.

Ich weiß, der Pudding ist etwas aufwendig in der Herstellung, aber es lohnt sich wirklich!

Guten Appetit

Der geographische Nordpol stimmt nicht genau mit dem magnetischen Nordpol überein; diese Abweichung nennt man „Deklination“. In Mitteleuropa ist sie sehr gering, in Amerika gibt es dagegen Abweichungen bis zu 20 Grad. Deshalb muss man sich bei Abenteuerreisen über die jeweilige Deklination informieren – und sie bei der Orientierung im Gelände entsprechend berücksichtigen.

Gut zu Wissen! 

Auch ohne Kalender etc. kann man die Tage gut zählen, indem man jeden Morgen eine Kerbe in einen Baum oder ein Stück Holz ritzt.

Die klassische Überlebens-Mahlzeit ist der Eintopf. Er enthält alles, was man unterwegs sammeln und essen kann: Beeren, Vogeleier, das Mark von Röhrenknochen, Innenrinde der Bäume, Schnecken, Würmer, Engerlinge, Froesche, Fische, kleine Vögel, Pflanzen. Experten behaupten, dass eine solche Mahlzeit in Nährwert und Geschmack das Beste ist, was man in der freien Wildnis finden kann.

Dieses Kapitel schneidet nur die wichtigsten Punkte in der Ersten-Hilfe an und ersetzt daher keinen Erste-Hilfe Kursus, den man z.B. beim Deutschen Roten Kreuz für derzeitig 20,-Euro machen kann. Ich empfehle Dir dringend, einen Erste Hilfe Kursus zu besuchen, wenn Du dieses noch nicht getan hast. In einem Erste-Hilfe Lehrgang lernst Du nicht nur wie man Blutungen stillt oder Bewusstlose richtig versorgt.

Du lernst auch, Personen, die keine eigene Atmung mehr haben, zu beatmen. Außerdem lernst du, was Du tun musst, wenn das Herz versagt. Da ich der Meinung bin, dass man so etwas nicht aus einem Buch lernen kann, sondern nur in der Praxis, verzichte ich darauf, hier die „Herz-Lungen-Wiederbelebung“ zu erklären.

Ich möchte Dich darum bitten einen Erste-Hilfe Kursus zu besuchen, er kann Leben retten! Ich gebe hier mit Absicht keine „Behandlungs-Tips“, weil es Fachliteratur zum Thema gibt. Bei einem Unfall  oder in Nähe der Zivilisation sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eigene Behandlungsversuche sind nur im absoluten Notfall angebracht!

Da es bei Blutungen zu lebensbedrohlichen Situationen kommen kann, ist es wichtig, starke Blutungen sofort mit einem Druckverband zu verbinden.

Wenn jemand eine starke Blutung z.B. am Arm hat, ziehe sofort Einweghandschuhe –zum Eigenschutz- an. Halte den Arm des Verletzten hoch, so bewirktst Du, dass nicht mehr so viel Blut in den Arm gelangt. Bitte den Verletzten sich hinzulegen, damit er nicht umfallen kann. Sollte noch eine zweite Person in der Nähe sein, so bitte diese, Dir zu helfen. Bitte den zweiten Helfer, den Arm des Verletzten hochzuhalten.

Nimm ein Verbandpäckchen und lege die  Wundauflage, die in den ersten cm des Verbandpäckchens festgenäht ist, auf die Wunde. Wickel 2-3 Bindengänge um den Arm um die Wundauflage zu fixieren. Nimm nun eine weitere eingepackte Mullbinde, da sie sich sonst mit Blut vollsaugt und lege diese auf die Stelle der Verletzung. Wickel nun die gesamte Mullbinde über Arm und noch verpackte Mullbinden. Verknote das Ende so, dass der Knoten auf der Mullbinde ist.

Sollte die Blutung jetzt nicht gestoppt sein, runter mit dem ersten Versuch und schnell noch einmal!

In vielen meiner Kurse gab es Personen, die die Blutung abbinden wollten. Abbindungen werden heute nicht mehr durchgeführt. Als man vor einigen Jahren Blutungen noch abband, mußten oft Körperglieder amputiert werden. Das war das Ergebnis einer zu starken Abbindung, wodurch das Körpergewebe irreparabel geschädigt war.

Das Dreiecktuch besteht aus keimfreiem Stoff, der steril verpackt ist. Wenn Du das Dreiecktuch auspackst und ausbreitest, hast Du oben die „Basis“ und unten  genau die „Spitze“.

Mit dem Dreiecktuch kannst  Du einen Hand- oder Fußverband anlegen wie auf den Bildern. Oder aber eine „Krawatte“ machen, siehe Bilder. Mit der sogenannten Krawatte kannst Du dann, wie mit einer Mullbinde, eine Blutung stillen oder einen Tragegriff herstellen, siehe Bilder.

Der Rettungsgriff ist dazu entwickelt worden, dass Du jemanden schnell aus einem Gefahrenbereich wie z.B. einem brennenden Haus bergen kannst.

Der Rettungsgriff ist sehr leicht in der Durchführung:

Kopf des zu Bergenden zwischen die Füße nehmen. Darauf achten, dass man nicht auf den Haaren oder Ohren steht.

Möglichst unverletzten Arm durch die Achselhöhlen fassen. Daumen nach vorne.

Person auf die Beine ziehen.

Jetzt kannst Du den Verunfallten leicht „wegziehen“, wenn Du rückwärts läufst.

Es gibt diverse Gründe, warum ein Mensch einen Schock bekommt. Die Reaktion des Körpers ist aber immer gleich: der Körper erweitert die unteren Blutgefäße und das Blut sackt in die Beine.

Nun steht dem übrigen Körper zu wenig Blut zur Verfügung und ein Schock tritt ein.

– einem blassem Gesicht,

– kalter Haut,

– schnellen Puls, der schwächer wird bis er kaum noch tastbar ist,

– frieren,

– Teilnahmslosigkeit / Verwirrung

Personen die diese Symptome aufweisen müssen sofort in die Schocklage gebracht werden (siehe Bild).

Die Schocklage bewirkt, dass der gesamte Körper wieder mit Blut versorgt werden kann.

Knochenbrüche kannst Du schienen, wie es auf den Bildern gezeigt wird. Ziel einer Schiene ist, den Knochen in seiner natürlichen Position zu halten, so dass er wieder zusammenwächst.

Folgende Dinge solltest Du bei einem Notruf angeben:

 

– Was ist passiert

– Wo ist es passiert

– Wieviele Verletzungen

– Welche Art der Verletzungen

 

Der Notruf wird fast überall in der BRD unter der Telefonnummer 112 abgesetzt und ist meistens gebührenfrei. Solltest Du in der Hektik nicht mehr wissen was Du sagen sollst, sage dem Gesprächspartner, er soll Dich fragen.

ACHTUNG: Warte, bis der Gesprächspartner von der Rettungswache das Gespräch beendet!

Wenn Du per Mobilfunk-Telefon (“Handy“) einen Notruf absetzen willst, Du aber den Code zum Telefonieren nicht weißt, so drücke die

Notruftaste des Telefones. Diese Taste ist nahezu auf jedem Handy vorhanden und verbindet Dich automatisch mit der Rettungswache.

Eine Fallgrube muss immer am jeweiligen Wildwechsel angelegt werden, eine Grube mit steilen Waenden ausheben und mit Zweigen, Laub und Erde bedecken. Die Tiere duerfen dabei die Witterung des Jaegers nicht aufnehmen (Windrichtung!).

Aus Lkw-Schläuchen lässt sich sehr einfach ein Floss herstellen. Einfach die Schläuche mit Rundhölzern verbinden und mit kleineren Hölzern eine Plattform bauen. Auch Paddel sind schnell hergestellt: In ein Ende eines dicken Astes wird ein Schlitz geschnitten und in diesen ein biegsamer, dünner Ast gesteckt. Mit weiteren dünnen Ästen oder Weidenruten wird das Ganze zu einem Paddel verflochten (siehe Zeichnung). Wie man ein Floss nur aus Stämmen baut, zeigt auch die Zeichnung.

Vorsicht ist geboten: bei hoher Wassergeschwindigkeit (weisses Wasser), Gefällstufen, glitschigen Steinen, Verengungen, Flussschlamm und Schwemmsand. Gletscherflüsse am frühen Morgen durchwaten, sie können bis zu dreissig Zentimeter im Laufe des Tages ansteigen. Immer stromaufwärts blicken und die Strömung beobachten!

Ein Lagerfeuer auf knapp zwei Meter Länge ausdehnen. Wenn alle Holzstücke glühen, eine dicke Lage Sand darauflegen. Die „Fussboden-Heizung“ hält nachts gut warm.

Wenn Du Dein Lager aufgeschlagen hast, solltest Du Dich schnell um ein Feuer kümmern, denn nur dieses spendet Dir Wärme, Licht und ermöglicht die Erwärmung von Nahrung.

 

Für ein Feuer benötigst Du:

– etwas Zunder, z.B. Papier, Distelsamen oder Watte

– Anmachholz, z.B. kleine Äste, Tannenzweige

– Brennholz, dicke Holzscheitel

– Wasser, zum Löschen

 

Beginne den Aufbau Deines Feuers mit dem Zunder lege diesen auf den Boden. Achte darauf, dass keine brennbaren Materialien in der Nähe sind. Säubere am besten den Boden von Laub und Ästen, und lege mit Steinen einen geschlossenen Kreis. In dem Kreis kannst Du da sicher Dein Feuer entzünden. Achte auch darauf, dass eventuell hohe Flammen die aus dem Feuer kommen, oben an den Bäumen die Äste nicht aufflammen lassen können!

Stelle über den Zunder das Anmachholz und entzünde das Feuer. Wenn das Feuer kräftig brennt, kannst Du das Brennholz auflegen.

Wenn Du ein Feuer entzündet hast, bleibe immer bei dem Feuer. Halte immer Löschwasser und Erde bereit, um unkontrolliertes Ausbreiten vom Feuer zu verhindern. Wenn Du Dein Lager verlässt, lösche Dein Feuer sehr sorgfältig und vergewissere Dich, dass es auch wirklich vollkommen erloschen ist.

Entzünde in Gegenden, wo es Torfvorkommen gibt, kein Feuer! Das Feuer kann sich unterirdisch in den Torf fressen und wochenlang unterirdisch brennen, ohne bemerkt zu werden. Ein Alptraum für jeden Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau.

1) Fichte – Tanne – Lärche – Kiefer

2) Eiche – Rosskastanie – Ahorn – Buche

3) Linde – Birke – Trauerweide – Kopfweide

Holz ist wichtig zum Feuermachen, zum Bau eines Lagerplatzes, und man kann es sogar essen! Die hellgelbe Innenrinde der Birke etwa schmeckt, in Streifen geschnitten und gekocht, ähnlich wie Spaghetti. Mit Hilfe dieser Zeichnung kann man die wichtigsten Nadel- und Laubbäume erkennen.

Am einfachsten ist immer noch die Methode mit der Lupe. Die Lupe findest Du im Überlebensgürtel. Jedoch funktioniert sie nur bei sonnigem Wetter.

Halte die Lupe so, das die Sonnenstrahlen durchs Glas scheinen. So erhälst Du einen kleinen hellen Punkt. Drehe die Lupe etwas, solange, bis Du alle Strahlen auf dem Zunder gebündelt hast. Schon nach kurzer Zeit fängt es an zu rauchen und dann zu brennen.

Wenn Du keine Lupe hast, kannst Du auch die Linse einer Videokamera oder eines Fotoapparates nehmen.

Einen Schneeball so lange zwischen den Händen pressen und polieren, bis daraus die Form einer Lupe entsteht, die man dann als Brennglas verwenden kann.

Wenn Du im Besitz eines Feuer- oder auch Flintstein genannten Steines bist, kannst Du in Verbindung mit einem Metall, z.B. von einer Axt, ein Feuer entzünden.

Halte den Stein in einer Hand und in der anderen Hand die Axt. Schlage nun die Axt angewinkelt auf den Stein und schon funkt es. Wenn Du nun auch noch das Zunder mit den Funken triffst, hast Du es mal wieder geschafft: es brennt.

Diese Methode des Feurmachens mit der Autobatterie ist recht einfach,  hat aber einige Nachteile! Da Du erst mal ein Auto haben mußt um an die Batterie zu kommen, und zweitens mußt Du die Batterie aus dem Auto ausbauen. Aber dann geht es ruckzuck.

Erstmal mußt Du Dein Zunder auf dem Boden ausbreiten. Dann holst Du die Batterie und stellst sie auf den Boden. Schließe mit etwas Draht oder einem Schraubenschlüssel die Batteriepole „kurz“. Nehme nun ein mit Benzin getränktes kleines Tuch und halte es an den Plus-Pol. Schon brennt es. Werfe das brennende Stück Stoff auf den Zunder und lege dann Dein Anmachholz dazu.

Solltest Du Sofortbild-Kameras zum Fotografieren nutzen, so kannst du mit der leeren Kassette Feuer machen. Die leere, und damit eigentlich wertlose Kassette enthält noch viel Spannung auf der eingebauten Batterie.

Wenn man an beide Pole der Batterie gleichzeitig Stahlwolle hält, entflammt diese sofort. Es läßt sich so schnell und einfach ein Feuer machen.

Ganz nach dem Motto der Industrie: es gibt keinen Müll, nur Wertstoff.

Kaliumpermanganat wird in Desinfektionsmitteln verwendet, man bekommt es in der Apotheke. Mische einen Teelöffel voll Kaliumpermanganat mit einem Teelöffel voll Kristallzucker oder Traubenzucker. Lege die Mischung auf einen glatten Stein oder ein Brett. Dann nimm den Löffel oder die Messerschneide und zerquetsche, mit leicht drehender Bewegung und viel Druck, die Zuckerkristalle. Sobald ein Funke sichtbar wird, mußt Du aufhören. Der Funke greift um sich und das Häufchen entzündet sich explosionsartig mit leuchtend heller, zischender Flamme.

Holzarten und Ihre Eigenschaften

Holzart Heizwert Eigenschaften
Hagebutte 100 gute Glut, lebhafte Flamme
Eiche 99 brennt langsam, ausgezeichnete Glut
Esche 92 brennt langsam, gute Glut
Ahorn 91 gute Flamme
Birke 89 brennt schnell, wärmt gut, helle Flamme
Ulme 84 brennt langsam, viel Wärme
Buche 80 gutes Brennholz, gute Glut, helle Flamme
Weide 71 helle, rasche Flamme, lässt sich leicht entzünden
Tanne 70 lebhafte Flamme, wärmt schnell, gibt Rauch – sehr schnell verbrannt!
Erle 67 brennt schnell und gibt viel Wärme, ist rasch verbrannt
Kiefer 67 lebhafte Flamme, gibt viel Wärme, verbrennt schnell
Fichte & Lärche 66 mittelmässiges Brennholz, brennt leicht an, aber ohne Glut
Kastanie 20 schlechtes Bennholz, wenig Wärme, gefährliche Funken

Alle Getreidesorten waren ursprünglich Gräser, die durch Zucht zu grösseren Erträgen gebracht wurden. Grassamen ist mühsam zu ernten, aber sehr nahrhaft und haltbar. Vor dem Genuss zerkleinern und als Brei zubereiten.

Grosse Fleisch- oder Fischstücke brät man besser am Spiess. Ein Grillrost kann man sich aus biegsamen, grünen Holzzweigen oder aus Eisendraht flechten. Rost auf der Glut erhitzen, bevor man das Fleisch auflegt.

Das Fleisch soll möglichst trocken sein (erst am Ende der Grillzeit mit Wasser einstreichen). Stücke beim Wenden nicht anstechen, sonst tropft der Fleischsaft ins Feuer; erst nach dem Grillen würzen. Kräuter, die auf die Glut gestreut werden, übertragen ihr Aroma auf das Grillfleisch.

Gut zu Wissen! 

Angriffslustige Bienen können ihr Opfer bis zu 150 m weit verfolgen!

Eine einfache Hängematte kann man sich selbst bauen. Die Zeichnung zeigt, wie ein starkes Seil um Längs- und Querpfosten geschlungen und mit Heringen im Boden verankert wird. Das starke Seil kann man mit Querseilen verflechten.

Es gibt sehr verschiedene Seile -nicht nur bei den Preisen- einen kurzen Überblick soll die folgende Auflistung geben. Grundsätzlich gilt, ein Seil sollte so schonend wie möglich behandelt werden. Nicht im Nassen liegen lassen, nicht darüber laufen, keinem Schmutz oder UV-Licht ausliefern, in der Nähe der Seile nicht essen trinken, Feuer machen oder gar mit Chemikalien etc. herumhandtieren! Überprüfe am besten vor jedem Einsatz das Seil auf seinen Zustand. Dein Leben hängt davon ab, im wahrsten Sinne des Wortes!

Die meisten Seile sind mit einer bunten Farbschicht ummantelt. Sie ist zum Schutz der tragenden Fassern gedacht. Ist der Mantel beschädigt muss das Seil ausgetauscht werden, auch sollte gefühlt werden, ob das Seil unter dem Mantel fehlerfrei ist. Es kann sich abnutzen ohne das die Ummantelung beschädigt wird.

Die Belastbarkeit der Seile ist abhängig von Material und Dicke. Informiere dich hierüber beim Kauf. Als Faustregel kann man für jeden Streifen auf dem Seil 500 kg Belastbarkeit rechnen!

Seile, die durchgeschnitten werden etc., müssen an den Enden kurz mit einem Feuerzeug o.ä. erhitzt werden, damit die Fasern schmelzen und so ein Aufribbeln der Fasern verhindert wird.

Flexible Seile: Diese Seile sind gut für das Üben von Knoten, auch kann man sich mit ihnen beim Klettern in großer Höhe sichern. Da sie sich bis zu 20% „strecken“, dämpfen Sie den möglichen Absturz. In der Regel sind „flexible Seile“ bunt.

Starke Seile: Diese Seile nutze ich zum „Baumklettern“, da sie sich nicht so schnell verdrehen. Ein Sturz, bei dem man an einem starren Seil gesichert ist, kann aus „nur“ 2 Metern Höhe tödlich sein! Das Seil „streckt“ sich nicht und der Auffang wird sehr hart.

Taue und Naturfasern: Diese Seilarten finden in der Schifffahrt Gebrauch, sie sind zum „Klettern“ ungeeignet. Sie speichern viel Feuchtigkeit und sind schwer. Ein Naturfaserseil muss zudem mehr Durchmesser haben, damit es das gleiche Gewicht halten kann, wie ein gewöhnliches Kletterseil.

Polypropylen und Polyähylen Seile: Gut geeignet als Wurfleinen im Wasser, da sie schwimmen. Sie sind jedoch sehr UV-empfindlich (ich empfehle schwarze Seile, diese sind mit Ruß geschwärzt und lassen weniger UV-Licht ans Seil). Mein Leben würde ich nie an ein solches Seil hängen. Abseil- und Kletterunternehmungen sind hiermit nie zu starten.

Knoten sind wie Verbände, man verlernt sie schnell und erlernt sie nur mühevoll. Daher kann ich nur raten sie in regelmäßigen kurzen Zeitabständen zu wiederhohlen. Einmal im Monat 30 Minuten üben und das Gehirn speichert alle notwendigen Daten!

 

Pahlstek

Eine einfache Verbindung, die große Belastung aushält und sich auch wieder gut lösen lässt.

Wenn man sich die unteren beiden Enden miteinander verbunden denkt, erhält man eine Pahlstek-Schlinge.

Ich kann mir den Knoten gut merken mit dem Kinder-Spruck: „Die Schlange kommt aus dem See, geht um den Baum und schlängelt sich wieder in den See“.

 

Doppelter Pahlstek

Wo eine Doppelschlinge gebraucht wird, ein einfacher Pahlstek unmöglich ist oder zu unsicher wirkt, sollte man ihn einsetzen.

Ein einfacher Pahlstek ist die Grundlage. Man beendet den Pahlstek jedoch nicht, sondern zieht die Bucht nur durch das Auge und dann (anders als beim einfachen Pahlstek) über die entstehende Schlinge.

 

Achterknoten

Diesen Knoten verwende ich als „Stopperknoten“.

 

Prusik-Schlinge

Ein genialer Knoten, der laut Sage von Herrn Prusik in einer Gletscherspalte, in der er gefangen war, erfunden wurde. Unter Last zieht sich der Knoten fest und überträgt die Last auf das andere Seil ohne zu verrutschen. Lastet kein Druck auf dem Knoten, so kann man Ihn lösen oder verschieben.

Wichtig ist das, wenn man sich mit dem Knoten sichert oder nur tragen lässt, man nie in den Knoten greift. Er kann so evtl. seiner Bestimmung nicht nachkommen und rutscht, wenn Du z.B. durch Deine Hand ein Festziehen verhinderst.

Diese Zeichnung zeigt die Prusik-Schlinge im Einsatz. Einfach die Schlinge um ein z.B. am Baum hängendes Seil binden, unten eine Schlinge für den Fuß ins Seil binden und den Knoten nach oben oder unten schieben, wenn die Prusik-Schlinge nicht belastet wird. Einfacher geht es natürlich mit zwei Seilen, für jeden Fuß also ein Seil mit Schlaufe und Prusik-Schlinge.

Fasse beim Verschieben nie in die Prusik-Schlinge! Sie kann sich sonst nicht festziehen und ein Sturz ist vorprogramiert!

Der beste Stoff für Sommerkleidung ist Leinen; es speichert wenig Wärme. Bestimmte Farben (Weiss, Khaki, Hellgrau) weisen die Sonnenwärme besser zurück; Rot schwächt die gefährlichen ultravioletten Strahlen ab.

Gut zu Wissen! 

Getränke etc. kann man kühlen, indem man Sie in ein Gefäss mit Wasser stellt.

Wer in Höhen von über 4000 Metern vordringen will, muss sich rechtzeitig an den veränderten Luftdruck anpassen – in 5500 Metern Höhe beträgt er nur noch die Hälfte des Drucks in Meereshöhe. Mit regelmässigen Dauerläufen kann man sich bereits zu Hause auf Reisen, die in grosse Höhen führen, vorbereiten. Wichtig sind Gewichtskontrolle (Fettpolster abbauen) und Urinkontrolle (muss über einem Liter täglich liegen, wenn nicht: mehr trinken! Der Urin sollte immer hellgelb sein, ist er einmal dunkel, ist dies ein Zeichen für unzureichende Flüssigkeitszufuhr.).

Wichtige Alarmzeichen sind rasselnder Husten, Atemlosigkeit auch bei Ruhepausen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, graue Haut, blaue Lippen. Sofortiger Abstieg (oder Abtransport) in tiefere Regionen, künstliche Beatmung mit Sauerstoffgerät, Flüssigkeitszufuhr!

Höhlen nie allein erforschen, am besten zu dritt (wenn eine Person verletzt wird, kann die zweite Hilfe holen und die dritte beim Verletzten bleiben).

Zur Grundausrüstung gehören: schwere Bergschuhe, ein strapazierfähiger Overall, Karbidlampe, Reservelampe, wasserdicht verpackte Streichhölzer, Verbandmaterial, Heftpflaster.

Wenn man sich vor Angriffen grosser Tiere schützen muss, kann man aus einem (feststehenden) Fahrtenmesser und einem starken Ast einen Speer bauen. An einem Ende des Astes wird ein Brett für den Messergriff geschnitzt. Das Messer wird mit einer festen, nassen Schnur (zieht sich beim Trocknen zusammen) festgebunden.

Die Kleidung ist etwas, das Du gewissenhaft auswählen solltest. Nur mit der richtigen Kleidung wird Dein Survival-Training ein Erfolg. Ums mal ganz kraß zu beschreiben: Du wirst Dein Training im Winter ja wohl nicht im T-Shirt durchführen!

Im Wald solltest Du festes Schuhwerk tragen und dem Wetter angepaßte Kleidung. Das heißt: im Sommer luftige Kleidung und im Winter dicke Kleidung.

Beachte bei Deiner Kleidung:

 

– Saubere Kleidung wärmt am besten

– Zwischen Haut und Kleidung sollte immer etwas Luft bleiben, denn nur so kann ein wärmendes Luftpolster entstehen.

 

Folgender Kleidungsaufbau ist  emfehlenswert:

– Auf dem Körper aufliegend Baumwollunterwäsche. Diese leitet Körperfeuchte nach außen.

– Über der Unterwäsche solltest Du eine lange Unterhose tragen.

– Darüber eine wasserabweisende Hose und einen Pullover.

– Und außen eine atmungsaktive Jacke, diese verhindert, dass sich Feuchtigkeit am Körper bildet.

nie die abgestorbenen Körperteile mit Schnee einreiben. Wärmen oder Massage, keinen Alkohol trinken (öffnet die Hautporen, beschleunigt den Kreislauf und lässt so Körperwärme abfliessen). Körperstellen, die am weitesten vom Herzen entfernt sind, erfrieren zuerst. Höchster Alarm ist gegeben, wenn Hände, Füsse, Nase und Ohren weiss werden.

Wenn Du in eine Notsituation gerätst, mußt Du wählen zwischen zwei Vorgehensweisen:

  1. Du bleibst am Unglücksort
  1. Du verlässt den Unglücksort, um selbst in die Zivilisation zu kommen

Die Chance, am Unglücksort gefunden zu werden, ist am Größten. Daher solltest Du den Ort nur verlassen, wenn große Gefahr besteht oder Du vermutest, dass die Suche nach Dir eingestellt ist. Treffe wenn Du Dich dazu entschlossen hast am Unglücksort zu bleiben, folgende Maßnahmen.

 

– Leiste Erste Hilfe an eventuell Mitverunglückten

– Kennzeichne den Unglücksort mit Fahnen o.ä., damit er aus der Luft gut zu erkennen ist.

– Halte Rauchsignale bereit. Wenn Du diese nicht hast, häufe ein großes Signalfeuer auf, das Du, wenn z.B. ein Flugzeug kommt, schnell entzünden kannst.

– Lege auf eine freie Fläche groß und dick die Buchstaben „SOS“, aus Steinen oder Ästen

– Baue eine Unterkunft

– Entzünde ein Feuer zum wärmen und kochen

– Rationiere die Nahrung

– Suche Wasserquellen

– Stärke die Psyche eventueller Mitverunglückter, wenn diese Deine Hilfe brauchen

– Verteilt tägliche Aufgaben wie z.B. wer holt Wasser, Brennholz, wer übernimmt Nachtwachen …

Solltest Du den Unglücksort verlassen, hinterlasse eine Nachricht. Vergesse nicht Deine eingeschlagene Wanderrichtung anzugeben. Lege auf Deinen Weg immer wieder Pfeile, die Deine Wanderrichtung angeben.

 

Verhalten bei Sichtung eines Flugzeuges:

– Entzünde das Signalfeuer

– Verwende die Signal- Rauchraketen, aber nicht alle auf einmal!

– Winke mit den Armen

– Mache laute Geräusche

Mit sechs Signalen (Pfeifen, Rufen, Blinken) pro Minute, also im Abstand von jeweils zehn Sekunden, werden Retter bei Unfaellen im Gebirge herbeigerufen. Anschliessend eine Minute Pause, dann wieder sechs Signale usw. Geantwortet wird mit einem Signal, das dreimal in der Minute, also alle zwanzig Sekunden, gegeben wird.

Nun hast Du alles was Du benötigst zum Übernachten unter dem Sternenhimmel. Aber was machst Du wenn es regnet? Du wirst naß!

Damit es nicht dazu kommt, baue Dir besser, wenn Du mit Regen rechnest, ein Notlager. Dieses ist in wenigen Minuten gebaut.

 

Dazu benötigst Du:

Einen stabilen Ast der etwas größer ist als Du, mehrere stabile Äste, Tannengrün und Laub.

Bevor Du Dein Notlager baust solltest Du darauf achten, dass Du Dir nicht die tiefste Stelle des Waldes aussuchst, da es dann sein könnte, das Du am Morgen in einem See aufwachst.

Also immer an einer ebenen oder noch besser hohen Fläche das Lager aufschlagen.

Wenn Du dennoch befürchtest, dass Dein Notlager nachts feucht werden könnte, so solltest Du rund um Dein Notlager einen kleinen Graben graben mit Wasserablauf. Um das Versickern des Regenwassers zu fördern, kannst Du zudem die Erde in Deinem Graben mit einem Stock auflockern.

Solltest Du mal keine Materialien zum Bau eines Notlagers finden oder keine Zeit haben etwas zu suchen, so kannst Du auch die Kunststofffolie aus Deinem Überlebensgürtel nehmen.

Solltest Du befürchten, dass es in der Nacht sehr kalt wird, so kannst Du in Dein Notlager trockenes Laub und Stroh einfüllen oder eine Kuhle graben und diese mit Stroh und Laub füllen und dann Dein Notlager als Dach obendrüber bauen. Die Kuhle muß aber mindestens 30cm tief sein, da Dich sonst auch der Bodenfrost erwischt.

Wenn Du Pflanzen verzehren möchtest, bei denen Du nicht genau weißt ob Sie giftig sind, verfahre folgendermaßen, bevor Du große Mengen davon verzehrst!

 

  1. Zerreibe die Pflanze und rieche. Riecht die Pflanze unangenehm, werfe sie weg
  1. Nachdem die zerriebene Pflanze nicht unangenehm riecht, trage etwas vom Saft der Pflanze auf Deine Lippen. Brennt es, werfe die Pflanze weg.
  1. Nachdem du festgestellt hast, dass die Pflanze auf den Lippen nicht brennt, nimm etwas von der Pflanze in den Mundraum und zerkaue es. Behalte die Pflanze für ein paar Minuten im Mund. Schmeckt es unangenehm oder es ätzt, spucke alles aus, es ist ungenießbar.
  2. Nichts Ungewöhnliches bemerkt? Na, dann iß ein wenig von der Pflanze. Wenn nach 6 Stunden nichts Ungewöhnliches bemerkt wird, iß eine größere Portion und warte nochmals 12 Stunden. Passiert immer noch nichts Ungewöhnliches, wie z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen usw… ist die Pflanze genießbar. Guten Appetit.Diese Methode ist sehr zeitaufwendig Beginne daher noch mit dem Test, wenn Du andere Nahrung hast. Dieses Verfahren kann nicht bei Pilzen angewandt werden!Pilze solltest Du nur essen, wenn Du Dich damit 100%ig gut auskennst, da oft nur kleine Unterschiede den giftigen vom genießbaren Pilz unterscheiden.

Direkt über dem Holz liegende, innerste Rindenschicht. Man kann sie abschaben, kochen und essen. Sehr nahrhaft, wenn im Frühjahr die Säfte in den Bäumen aufsteigen.

Für feste Unterkünfte ist der Bau eines Kamins sinnvoll. Steine mit Ton oder Lehm als Bindemittel aufeinanderlegen. Die engste Stelle des Kamins muss über dem Feuer sein, dann wird er etwas weiter gebaut und zuletzt am oberen Ende wieder auf die engste Stelle verjüngt.

Die jungen Blätter des Löwenzahn liefern ein gutes Gemüse (Blätter kochen, den ersten Sud wegschütten und ein zweites Mal aufkochen). Aus den getrockneten Wurzeln kann man Kaffee-Ersatz machen: trocknen, in einer Pfanne rösten und mahlen.

Schrittlängen und Tempo möglichst gleichmässig. Bei steilen Hängen den Körper aufrecht halten, der Schwerpunkt soll über den Füssen liegen (sonst Rutschgefahr!); ein Zickzack-Kurs spart viel Energie. Nur kurze Marschpausen einlegen, damit der Körper nicht abkühlt. Gut bewährt hat sich zum schnellen Vorwärtskommen der Pfadfinder-Schritt; hier wird eine Anzahl Schritte marschiert, dann die gleiche Anzahl Schritte schnell gelaufen, usw.

Nüsse sind eine schmackhafte und nahrhafte Bereicherung des Speiseplanes. Von den kleinen Fichtennüssen (vorher rösten) bis zu den riesigen Kokosnüssen sind alle essbar. Der Inhalt junger Kokosnüsse ist auch ein ausgezeichneter Durstlöscher; die süsse Kokosmilch bildet sich erst in den älteren Früchten.

Die einfachste Form eines selbstgebauten Ofens ist das Grabenfeuer: Einen kleinen Graben in Windrichtung anlegen und den Topf direkt auf die Erde stellen; wenn der Graben kreuzförmig angelegt wird, kann man von allen Seiten Holz nachlegen. Flache, trockene Steine reflektieren die Hitze des Feuers. Einen gleichmässigen Braten erhält man durch die Konstruktion, die hier in der Zeichnung gezeigt wird. Das Fleisch hängt vor einem Stein-Reflektor und über der Glut an einem doppelt verdrehten, nassen Seil. Zwischen dem Seil steckt ein Holzbrett, das man nur kurz anzutippen braucht, damit sich das Seil ständig dreht. In einer Schale (oder Alufolie) wird der Bratensaft aufgefangen und damit das Fleisch immer wieder eingestrichen.

Mit Räuchern kann man Lebensmittel haltbarer machen. Keine harzigen Nadelhölzer verwenden. Die besten Holzarten sind Birke, Buche, Eiche, Erle, Kastanie, Weide. Ein Räucherfeuer muss möglichst viel Rauch erzeugen; am besten erreicht man das mit feuchten Sägespänen oder Kleinholz.

Durch Schwitzen wird dem Körper Wasser und Salz entzogen. Dadurch kann es zu Erschöpfungen, Hitzschlägen und Krämpfen kommen. Nach grossen Anstrengungen eine Salztablette oder einen halben Teelöffel Salz (jeweils in Wasser aufgelöst) nehmen. Achtung: Zuviel Salz ist immer ungesund!

Es ist schon unangenehm wenn man seine Schuhe im Wald verliert, denn überall piekt es. Aber das ist für einen Surviver auch kein Problem. Wenn er das Pieken und Kratzen der vielen Äste und Steine nicht mehr ertragen kann, baut er sich seinen eigenen Schuh.

Alles was man dazu braucht ist etwas Baumrinde und etwas Seil, ebenso ein Messer.

Alles weitere erklären die Abbildungen.

Da Du sicherlich zu Anfang Deiner Karriere als Surviver nicht frieren möchtest im heimischen deutschen Forst, schlage ich vor, dass Du Dir einen preisgünstigen Schlafsack kaufst.

Es muß kein Luxus- Hightech Schlafsack sein, der bis Minus 60 Grad warm hält. Unwahrscheinlich, dass wir es hier in der BRD jemals so kalt haben werden. Es genügt, wenn Du Dir einen Schlafsack für 30,-Euro kaufst.

Solltest Du kein Geld für den Schlafsack ausgeben wollen, so kannst Du Dir einen eigenen Schlafsack aus dickem Stoff nähen. Den Stoff kannst Du entweder kaufen oder aus einer alten Decke nehmen. Sicherlich wird Dir Deine Mutter bei dem Nähen helfen wenn Du sie fragst.

Neben dem Schlafsack solltest Du Dir auch eine Isomatte zulegen. Luftmatratzen sind für den Wald ungeeignet, da viele spitze Steine und Äste, die auf dem Waldboden liegen, das Gummi durchstechen.

Es reicht wieder einmal eine einfache Iso-Matte. Solltest Du wieder einmal sparen wollen, so besorge Dir ein großes, dickes Stück Schaumstoff. In schaumstoffverarbeitenden Firmen wirst Du diesen sicherlich kostenlos bekommen.

Schlafsäcke sollten so wenig wie möglich gewaschen werden, da ihre wärmende islierung so abnimmt. Es ist empfehlenswert einen Innenschlafsack zu nutzen, dieser kann jederzeit gewaschen werden. Sollte ein Schlafsack dennoch einmal gewaschen werden müssen, so benutzt man ein Feinwaschmittel und gibt zwei Tennisbälle mit in die Trommel. Die Bälle lockern die Dauen auf. Es darf kein Weichspüler genutzt werden! Maxmal bei 30 Grad darf der Schlafsack getrocknet werden, er darf nicht ausgewrungen werden.

Selbst gemachte Seife erhält man aus Hartholzasche, die man in Wasser löst und aufkocht. Dann wird langsam Fett zugesetzt, bis ein dicker Brei entsteht. Abkühlen lassen und in Stücke schneiden.

Internationales Rettungssignal auf hoher See. Es kommt aus dem Englischen und heißt: Save Our Souls (Rettet unsere Seelen).

1 Hase

2 Katze

3 Fuchs

4 Eichhörnchen

5 Auerhahn

7 Rebhuhn

8 Wildschwein

9 Hirsch

Die Zeichnung zeigt die wichtigsten Vogelsilhouetten, welche am häufigsten in unseren Breitengraden anzutreffen sind.

1) Blässhuhn – Mönchsgrasmücke – Eisvogel

2) Stockente – Amsel – Milan

3) Krähe – Star – Turmfalke

4) Bachstelze

5) Graurheier – Elster – Schleiereule

Gut zu Wissen! 

Seevögel kann man roh essen, jedoch schmecken Sie nach Fisch. Ihre Federn kann man sich in die Kleidung stopfen. Sie wärmen gut.

Auch auf die Gefahr hin, dass alle großen Ausrüster und Streichholzproduzenten auf mich sauer werden, möchte ich Euch hier einen ganz einfachen und billigen Trick verraten, wie ihr aus einfachen Streichhölzern wasserfeste Streichhölzer macht.

Alles was Du brauchst, sind Streichhölzer und Kerzenwachs.

Laß das Kerzenwachs einer brennenden Kerze einfach über den Steichholzkopf tropfen und fest werden. Das war alles, das Streichholz ist wasserfest! Wenn Du das Streichholz entzünden möchtet, brauchst Du nur den Kerzenwachs grob zu entfernen z.B. durch das Reiben an der Kleidung.

Es gibt drei Elemente die der Mensch zum Überleben benötigt: Feuer, Nahrung und Wasser. Es kann ohne Wasser schon nach wenigen Stunden für Dich vorbei sein. Daher ergänze rechtzeitig Deinen Wasservorrat.

Die folgende kurze Tabelle zeigt ,wieviel Wasser Du im Ruhezustand benötigst:

Wasserverbrauch

20 Grad          1,0 Liter

25 Grad          1,2 Liter

30 Grad          2,5 Liter

35 Grad          5,0 Liter

Gut zu Wissen! 

1978 überlebte ein eingeschneiter LKW-Fahrer sechs Tage in seinem Fahrzeug, da er Eis aß. 

Wasser zu finden ist recht einfach in einer Region wie unserer. Nahezu überall gibt es Flüsse oder Seen. Solltest Du aber mal keine finden, so beobachte die Tiere, sie zeigen Dir den Weg zum Wasser.

Wenn Du eine Ameisenstraße einen Baum hochlaufen siehst, könnte sich dort oben Wasser befinden.

Wenn Du körnerfressende Vögel wie z.B. Finken oder Tauben, Fliegen oder grasende Tiere siehst, ist das ein Zeichen dafür, dass Wasser in der Nähe ist.

Desweiteren findest Du Wasser

– in Felsspalten auf Bergen,

– in Talsohlen, an der tiefsten Stelle, jedoch mußt Du  oft nach dem Wasser graben,

– in ausgetrockneten Flußbetten findet man oft schon nach kurzem graben Wasser.

Solltest Du kein Wasser finden, so kannst Du Deinen Urin umwandeln in Trinkwasser. Du benötigst dazu nur einen großen Topf, in den Du dann Urin füllst. In die Mitte des großen Topfes stellst Du einen kleinen Topf. Lege nun eine Folie über den großen Topf,  sodass in der Mitte der Folie ein Stein liegt.

Das bezweckt, dass der tiefste Punkt der Folie über dem kleinen Topf  liegt. Wenn Du das Gebilde nun auf dem Feuer erhitzt, destilliert das Urin an der Folie und tropft in den kleinen Topf. Das Wasser aus dem kleinen Topf kannst Du bedenkenlos trinken.

Nach dieser Methode kannst Du auch Schmutz- oder Salzwasser genießbar machen und Du sparst den teuren Filter.

Gut zu Wissen! 

Eine Kokusnuss enthält 250 ml Trinkwasser.

Wenn Du Flußwasser von Krankheitskeimen befreien willst, kannst Du

  1. das Wasser mindestens 15 Minuten abkochen.
  1. Wasserentkeimungstabletten- oder tropfen dazugeben. Diese Tropfen gibt es für ein paar Euro im Campingladen oder in Apotheken.

Wenn Du nur Schmutzwasser zur Verfügung hast, kannst Du dieses natürlich nicht so trinken. Dann mußt Du Dir selbst einen Filter bauen. Du benötigst dazu nur ein Gefäß, z.B. einen alten Joghurtbecher, etwas Watte und Kohle aus dem Lagerfeuer.

Steche nun unten in den Joghurtbecher kleine Öffnungen. Befülle den Becher dann von unten angefangen mit Watte, Kohle und oben noch mal Watte.

Die oberste Watteschicht filtert Sand u.ä. aus dem Wasser. Die Kohle tötet die Keime und Bakterien und die letzte Watteschicht sorgt dafür, dass die Kohlestücke nicht mit ins Wasser gelangen.

Beachte bei diesem Filter, dass das Wasser für kurze Zeit in dem Kohlebereich bleibt, da nur so alle Krankheitskeime abgetötet werden können.

Das Trinkrohr habe ich vor einigen Jahren entwickelt, da mir die handelsüblichen Filter und auch der selbstgebaute Filter zu gross waren.

Ich habe einfach einen alten Kuli genommen und das ganze Innenleben herausgenommen. Die beiden Öffnungen oben und unten habe ich mit Stoff verschlossen, den ich von innen reinsteckte.

In den jetzt noch verbleibenden Zwischenraum gab ich Kohle und schraubte das Kugelschreibergehäuse wieder zusammen. Fertig war der kleinste Filter den ich kenne.

Einfach eine Öffnung des Filters in den Fluß halten und oben saugen, schon kommt sauberes Trinkwasser.

Wenn Du aus Flüssen trinken möchtest die sehr sandig sind, würdest Du beim normalen Wasserentnehmen viel Sand aufwirbeln. Wenn Du aber einfach ein Holunderrohr nimmst und dieses als Strohhalm verwendest, wirbelst Du keinen Sand auf und kannst

Regenwasser auffangen oder Schnee schmelzen. In Polargebieten liefert das Meer Trinkwasser: Der Kern der Eisschollen besteht aus gefrorenem Süsswasser. Lianen, auch Efeu, spenden Flüssigkeit: Knapp über dem Boden und in möglichst grosser Höhe kappen  und den Saft aus dem Pflanzenstiel in den Mund tropfen lassen. Wenn der obere Schnitt eingetrocknet ist, nachschneiden. Eine Birke produziert etwa einen Becher Saft pro Tag: Rinde tief und senkrecht einschneiden, Becher darunterhängen. Man kann über Nacht ein Tuch schräg um einen Baum wickeln, das saugt Tau auf, der dann in ein Gefäss tropft. Auch ein Wasser-Destilliergerät ist schnell gebaut…

Ein Loch graben, ein Gefäss hineinstellen, darüber eine Plastikplane spannen, die in der Mitte und an den Rändern mit Steinen beschwert wird. Durch die Sonnenwärme verdampft die Bodenfeuchtigkeit, die sich nachts angesammelt hat, und bildet an der Plane Wassertropfen, die in das Gefäss fallen. Frische Zweige und eine Ausbuchtung lassen mehr Wasserdampf aufsteigen. An Meeresküsten gräbt man in die Höhe der Marke, die das Meer bei der Flut erreicht, ein Loch in den Boden. Meist stösst man schon nach einem halben Meter auf Grundwasser; die oberste Schicht besteht aus Süsswasser. Während der Wassersuche muss das Durstgefühl beruhigt werden. Dazu müssen die Mundspeicheldrüsen angeregt werden: Man kann ein Stück Holz kauen, einen Stein oder saure Pflanzen (Sauerampfer) lutschen.

Als Zunder eignen sich trockene Grashalme, Flechten, Moose, Vogelnester, kleine Vogelfedern, Flaum, Tierlosung von Pflanzenfressern, Birkenrinde, verdorrter Pflanzensaft, zerriebene Birkenrinde, Wollfäden, Haare.

Ich habe schon oft in meinen Survival-Kursen erlebt, das jemand seine Zahnbürste vergessen hat. Pech gehabt, Zähne werden trotzdem geputzt!

Alles was Ihr braucht ist ein Birkenzweig, der etwa so dick ist wie euer kleiner Finger. Kaut diesen Zweig faserig und verwendet die Fasern des Zweiges als Borsten. Als Zahnpasteersatz könnt ihr Salzwasser nehmen, dass ist genau so gut.